Truck tyre repair and damage prevention
Reparatur von Lkw-Reifen und Vermeidung von Reifenschäden
Im Transportsektor, wo Lkw lange Strecken mit schweren Lasten zurücklegen, können Reifen eine wesentliche Rolle für Leistung, Sicherheit und Kosteneffizienz spielen. Reifenschäden können jedoch die Performance beeinträchtigen. Auf welche Warnzeichen sollten Sie achten? Lässt sich ein Reifen in jedem Fall reparieren? Welche Präventivmaßnahmen sind sinnvoll? In unserem Artikel erhalten Sie Antworten auf diese Fragen.
Warnzeichen, dass Ihre Reifen möglicherweise repariert werden müssen
Ein ungewöhnlicher Abfall des Reifenluftdrucks ist ein Warnzeichen, das Sie ernst nehmen sollten. Er kann auf ein Problem hinweisen, das eine Reparatur oder den Austausch des Reifens erforderlich machen kann. Bei einem Reifendruckverlust von etwa 20 % sollte der Reifen zur Sicherheit fachkundig auf mögliche innere Schäden geprüft werden.
Druckschwankungen von bis zu rund 10 % gelten in der Regel noch als unkritisch; darüber hinaus kann das Risiko für innere Beschädigungen des Reifens steigen.
Welche Risiken bestehen bei zu niedrigem Reifendruck?
Das Weiterfahren mit einem Reifen mit zu geringem Luftdruck ist aus mehreren Gründen nicht ratsam:
Erstens: Ein Reifen mit zu niedrigem Luftdruck verformt sich stark, wodurch seine Materialermüdung zunimmt. Es kann zu einer Überhitzung und möglicherweise zu einem schnellen Luftverlust kommen. Dadurch kann ein Sicherheitsrisiko für den Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer entstehen.
Ein falscher Reifenfülldruck kann zu ungleichmäßigem Verschleiß führen und die Lebensdauer des Reifens verkürzen.
Bei Zwillingsreifen kann die Situation noch ungünstiger sein: Ist ein Reifen korrekt aufgepumpt und der andere nicht, kann der zu wenig aufgepumpte Reifen stärker rutschen, sich schneller abnutzen und dadurch das Risiko für ungeplante Stillstände sowie Notreparaturen erhöhen, die unter Umständen zusätzliche Kosten verursachen können.
Ungleichmäßiger Verschleiß durch zu geringen Luftdruck
Under-inflated truck tyre
Zusätzlich zu den oben genannten Risiken kann ein zu niedriger Reifenfülldruck weitere Herausforderungen mit sich bringen: Ein geringer Luftdruck kann den Rollwiderstand erhöhen, was potenziell zu einem höheren Kraftstoffverbrauch während der Fahrt beiträgt. Für Transportunternehmen kann dies zu steigenden Betriebskosten und einem größeren ökologischen Fußabdruck führen.
Die Risiken eines Reifenschadens verringern
Eine regelmäßige Wartung und häufige Kontrolle des Reifenfülldrucks sind wichtige Präventivmaßnahmen, um Risiken einzuschränken zu können. Es gibt zwei Möglichkeiten, den Reifendruck zu überwachen:
Drucküberwachung mittels RDKS
Seit dem 1. Juli 2024 müssen alle in Europa neu zugelassenen Lkw mit Reifendruckkontrollsystem (RDKS) ausgestattet sein(1). Lesen Sie unseren Artikel „Neue RDKS-Vorschriften stehen an“, um mehr zu erfahren.
Mit dieser Verordnung soll sichergestellt werden, dass Lkw-Fahrer bei einem Abfall des Reifenfülldrucks gewarnt werden, um mögliche Unfälle durch zu niedrigen Reifendruck zu vermeiden.
Für Lkw, die vor dem genannten Datum zugelassen wurden, besteht keine Pflicht zur Nachrüstung eines Reifendruckkontrollsystems, obwohl dies technisch mittels unterschiedlicher Sensorlösungen machbar ist. Wir werden Empfehlungen für diesen Fall im Abschnitt „Drucküberwachung ohne RDKS“ besprechen.
Reduce the risk of tyre repairs by monitoring pressure
RDKS lassen sich in zwei Haupttypen unterteilen: Direkte Systeme, die Reifendrucksensoren im Reifen nutzen, und indirekte Systeme, die über ABS-Sensoren die Radgeschwindigkeit überwachen. Indirekte Systeme sind zwar günstiger und einfacher zu installieren, sie sind jedoch nicht so präzise wie direkte Systeme.
Drucküberwachung ohne RDKS
Ist kein Reifendruckkontrollsystem vorhanden, sollten die Fahrer den Reifendruck mindestens einmal im Monat und insbesondere vor langen Fahrten überprüfen.
Eine Sichtprüfung hilft bereits dabei, Auffälligkeiten wie Nägel, Risse, Schnitte, Verformungen oder versenkte Gegenstände zu erkennen.
Wir empfehlen außerdem, den Reifenfülldruck mit einem Druckmesser zu überprüfen, da eine Sichtprüfung nicht ausreicht, um den genauen Reifendruck zu ermitteln.
Technician checking the pressure of the tyre on a heavy truck vehicle
Ursachen für Reifenschäden
Viele Schäden an Lkw-Reifen entstehen durch den Aufprall auf Gegenstände auf der Straße, wie etwa Steine, Schrott oder Bordsteine. Durch Schrauben verursachte Perforationen kommen besonders häufig vor, da diese vergleichsweise leicht in den Reifen eindringen können. Je nach Art und Lage der Beschädigung kann ein Reifen jedoch nicht immer repariert werden.
Reifen sind zudem anfällig für Schäden durch Überlastung.
Wenn ein Lastkraftwagen über die empfohlenen Grenzwerte hinaus beladen wird, erhöht sich die von den Reifen getragene Last. Dies kann zu vorzeitigem Verschleiß und möglichen Ausfällen beitragen. Achten Sie darauf, die für die Lkw-Reifen angegebene maximale Last einzuhalten.
Unsachgemäße Beladungen wie eine ungleichmäßige Gewichtsverteilung können dazu führen, dass die Last nicht korrekt auf die einzelnen Achsen verteilt wird, was das Risiko für Überlastungen und damit verbundene Reifenschäden erhöht.
Poor loading practices can cause truck tyre damage
Reifenreparatur
Die von Fachleuten durchgeführten Reifenreparaturen müssen strengen Normen entsprechen, um ein hohes Sicherheitsniveau bestmöglich zu unterstützen. Spezialisierte Techniker bewerten das Ausmaß des Reifenschadens und entscheiden, ob eine Reparatur möglich ist oder der Reifen ersetzt werden muss.
Es gibt zwei gängige Reparaturmethoden zur Instandsetzung beschädigter Reifen: Kalt- oder Heißvulkanisation.
Kaltvulkanisation
Bei dieser Methode wird ein Reparaturmaterial auf die beschädigte Stelle des Reifens aufgetragen. Dabei wird keine hohe Hitze benötigt. Bei der Kaltvulkanisation werden in der Regel Gummipflaster oder -stopfen verwendet, die mit einem Spezialkleber befestigt werden.
Vorteile: Die Kaltvulkanisation ist in der Regel schneller und einfacher umzusetzen. Sie erfordert keine ausgefeilte Ausrüstung. Das macht sie für Reparaturen vor Ort oder in weniger gut ausgestatteten Werkstätten besonders geeignet.
Nachteile: Kaltvulkanisierte Stellen können unter anspruchsvollen Fahrbedingungen weniger widerstandsfähig sein, insbesondere bei Reifen, die schweren Lasten oder hohen Temperaturen ausgesetzt sind. Zudem besteht bei der Kaltvulkanisation das Risiko, dass sich vorhandene Oxidation auf den Kronenbereich des Reifens ausbreitet und eine spätere Runderneuerung dadurch möglicherweise abgelehnt wird.**
Diese Methode wird daher bevorzugt für vorübergehende Reparaturen oder kleinere Reifenschäden eingesetzt, die die Struktur des Reifens nicht beeinträchtigen.
Heißvulkanisation
Eine Heißvulkanisation wird vor allem dann eingesetzt, wenn schwerere Reifenschäden oder größere Durchstiche vorliegen, die bis in die inneren Lagen des Reifens reichen. Das Verfahren ist besonders geeignet für Lkw-Reifen, die extremen Fahrbedingungen ausgesetzt sind. Dabei wird das Reparaturgummi durch Hitzeeinwirkung vulkanisiert, sodass das Reparaturmaterial mit dem Originalreifen verbunden wird. Dies geschieht in der Regel in einer kontrollierten Umgebung unter Verwendung spezieller Vorrichtungen.
- Vorteile:
Die Heißvulkanisation kann zu einer sehr guten mechanischen Festigkeit und hohen Haltbarkeit beitragen. Durch den Vulkanisierungsprozess wird das Reparaturmaterial eng mit dem Reifen verbunden, was seine Stabilität und Lebensdauer unterstützen kann. Außerdem steigt dadurch die Wahrscheinlichkeit, dass die Karkasse später erneut runderneuert werden kann.
- Nachteile:
Dieses Verfahren ist kostenintensiver und erfordert spezielle Ausrüstung und technische Fachkenntnisse. Zudem dauert die Umsetzung länger.
Welche Reifenreparaturmethode ist die beste?
Je nach Schwere des Schadens und den Bedingungen, unter denen der Reifen eingesetzt wird, wird eine geeignete Reifenreparaturmethode ausgewählt.
Eine Kaltvulkanisation ermöglicht in vielen Fällen eine schnellere Reparatur, kann jedoch auch folgende technische Einschränkungen mit sich bringen:
- begrenzte Dauerhaftigkeit der Reparatur,
- mögliche Oxidationsbildung im Bereich des Kronenblocks, wodurch die Karkasse später eventuell nicht mehr runderneuert werden kann,
- potenziell langsam auftretender Druckverlust.
Daher wird bei umfangreicheren oder sicherheitsrelevanten Schäden häufig die Heißvulkanisation bevorzugt.“
Nicht reparierbare Reifenschäden
Wenn ein Fachmann das Innere eines Reifens sorgfältig untersucht, kann er möglicherweise Flecken oder Verfärbungen feststellen. Diese Anzeichen können auf einen Reifenschaden hindeuten, der unter Umständen nicht repariert werden kann oder darf. In solchen Fällen wird die Karkasse entweder zur Runderneuerung angenommen oder der Reifen muss ersetzt werden.
Wenn Sie Zweifel am Zustand Ihrer Reifen haben, lassen Sie diese sicherheitshalber von Ihrem Reifenhändler prüfen
Mottling on truck tyre
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(1) Quelle: UN-Regelung Nr. 141 — Einheitliche Bedingungen für die Genehmigung von Kraftfahrzeugen hinsichtlich ihrer Reifendrucküberwachungssysteme (RDKS)