European tyre regulations for heavy trucks and buses.
Europäische Reifenvorschriften für schwere Lkw und Busse
Die Einhaltung europäischer Reifenvorschriften ist für die Sicherheit und Zuverlässigkeit von schweren Lkw und Bussen von großer Bedeutung. Die Beachtung der Vorschriften zu Profiltiefe und Winterreifen kann Transportunternehmen in Europa dabei unterstützen, Bußgelder zu vermeiden und ganzjährig zu einem sicheren Fahrbetrieb beizutragen. Erfahren Sie hier alles Wichtige zu diesem Thema.
Europäische Regelungen zur Mindestprofiltiefe
Zu den wichtigsten Sicherheitsanforderungen gehört die Mindestprofiltiefe der Reifen. Laut den europäischen Reifenvorschriften liegt die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe für die meisten Fahrzeuge bei 1,6 mm (1) in den mittleren drei Vierteln der Reifenlauffläche.
Die vorgeschriebene Mindestprofiltiefe kann je nach europäischem Land unterschiedlich sein, wie in der folgenden Tabelle zu sehen ist.
European tyre tread depth regulations
Neu oder gebraucht: Reifen von MICHELIN bieten eine optimale Haftung. Das zeigen die unterschiedlichen Tests, die wir dazu durchgeführt haben. Dennoch sind regelmäßige Inspektionen und Reifenwartungen für Transportunternehmen unerlässlich, um sicherzustellen, dass alle Reifen den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Dazu gehört auch die Überprüfung auf ungleichmäßigen Verschleiß oder Schäden, die zu einem vorzeitigen Reifenausfall führen könnten.
GESETZLICHE VERSCHLEISSGRENZEN FÜR LKW-REIFEN IN DEN WICHTIGSTEN LÄNDERN EUROPAS
(Aktualisiert: Dezember 2024)
Land | Mindestprofiltiefe |
|---|---|
Österreich | 2,0 mm |
Belgien | 1,6 mm |
Bulgarien | 1,6 mm |
Kroatien | 1,6 mm |
Tschechien | 1,6 mm |
Dänemark | 1,0 mm |
Eurasische Wirtschaftsunion(1) | 2,0 mm für Reisebusse und Busse |
Finnland | 1,6 mm |
Estland | 1,6 mm |
Frankreich | 1,0 mm |
Deutschland | 1,6 mm |
Griechenland | 2,0 mm für die Lenkachse |
Ungarn | 1,6 mm für Reifen kleiner als 750 mm |
Irland | 1,6 mm |
Italien | 1,6 mm |
Lettland | 1,6 mm |
Litauen | 7,0 mm für Reisebusse und Busse mit mehr als 8 Fahrgästen |
Luxemburg | 1 mm für abgeschleppte Fahrzeuge |
Niederlande | 1,6 mm |
Norwegen | 1,6 mm |
(1) Eurasische Wirtschaftsunion: Armenien, Belarus, Kasachstan, Kirgisistan und Russland.
(2) Die Reifen müssen speziell für winterliche Bedingungen ausgelegt sein.
Diese Angaben dienen lediglich zu Informationszwecken und können Änderungen der örtlichen Vorschriften unterliegen.
Kennzeichnungen von Winterreifen
Die europäischen Vorschriften für Winterreifen2 sind wichtig, um in kalten Regionen sicher unterwegs zu sein, besonders in Ländern mit harten Winterbedingungen.
Winter tyre markings
Die Labels „3PMSF“ und „M+S“ wurden eingeführt, um Reifen zu kennzeichnen, die bestimmte Sicherheits- und Traktionsstandards bei schwierigen Winterbedingungen erfüllen.
● Die mit M+S gekennzeichneten Reifen sind für den Einsatz unter weniger extremen Winterbedingungen konzipiert und bieten eine gewisse Traktion bei Schlamm und Schnee, ohne jedoch die strengen Testanforderungen der 3PMSF-Reifen zu erfüllen.
Während M+S-Reifen in einigen europäischen Ländern zulässig sind, gelten sie in Ländern mit härteren Winterbedingungen oft als unzureichend.
● Die 3PMSF-Markierung (3 Gipfel, Berg, Schneeflocke) wird an Reifen vergeben, die spezielle Tests für die Wintertauglichkeit bestanden haben, wie etwa das Bremsen auf verschneiten und vereisten Straßen. Diese Reifen wurden speziell für höchste Sicherheit und Traktion bei anspruchsvollen Winterbedingungen entwickelt und sind daher in manchen europäischen Ländern während der Winterzeit vorgeschrieben.
In der folgenden Tabelle sehen Sie das gesetzliche Mindestprofil einiger europäischer Länder für den Wintereinsatz. Sie gibt auch Aufschluss darüber, ob eine Winterkennzeichnung vorgeschrieben ist (in einigen Fällen ist auch eine bestimmte Achse angegeben).
Sie werden feststellen, dass in manchen Ländern die vorgeschriebene Profiltiefe im Winter größer ist als zu anderen Jahreszeiten (z. B. in Kroatien: 4 mm im Winter anstelle von 1,6 mm im Sommer).
WINTERVORSCHRIFTEN FÜR SCHWERE NUTZFAHRZEUGE IN DER EU
(Aktualisiert: Dezember 2024)
Land | Mindestprofiltiefe | Vorgeschriebene Verwendung von M+S- oder 3PMSF-Reifen | Verwendung von Schneeketten | Wintermonate |
|---|---|---|---|---|
Österreich | Radialreifen: 5 mm, Diagonalreifen: 6 mm | Ja, zumindest auf einer Antriebsachse. | Pflicht, sobald ausgeschildert; alternativ muss ein Paar Schneeketten mitgeführt werden. | Lastwagen: 1. November bis 15. April. |
Belgien | 1,6 mm | Nein, jedoch ist die symmetrische Montage für M+S-Reifen vorgeschrieben. | Bei winterlichen Bedingungen erlaubt. | Keine |
Bosnien und Herzegowina | 4 mm | Ja, zumindest auf einer Antriebsachse. | Pflicht, wenn die aktuellen Reifen keine M+S-/3PMSF-Markierung haben. | 15. November - 15. April |
Bulgarien | 1,6 mm für M+S/3PMSF-Reifen, | Nein | Pflicht, wenn die aktuellen Reifen keine M+S-/3PMSF-Markierung haben. | 15. November - 15. April |
Kroatien | 1,6 mm für M+S/3PMSF-Reifen, | Nein | Pflicht, wenn die aktuellen Reifen keine M+S-/3PMSF-Markierung haben. | 15. November - 15. April |
Tschechien | 6 mm auf der Antriebsachse, | Vorgeschrieben auf der Antriebsachse. | Erlaubt und sogar vorgeschrieben, falls ausgeschildert. | Vom 1. November bis 31. März, sofern örtliche Beschilderungen nichts anderes vorgeben. |
Dänemark | 1 mm | Nein | Bei winterlichen Bedingungen erlaubt. | 1. November bis 15. April. |
Finnland | 5 mm auf der Antriebsachse, | M+S-Markierung auf allen Achsen von Kraftfahrzeugen vorgeschrieben. | Bei winterlichen Bedingungen erlaubt. | 1. Dezember bis 28. Februar. |
Frankreich | 1 mm | Ab November 2021, in Bergregionen für: | Erlaubt und sogar verpflichtend, falls ausgeschildert. | 1. Dezember bis 28. Februar. |
Deutschland | 1,6 mm | Bei winterlichen Bedingungen sind Reifen mit 3PMSF-Markierung für die Lenk- und Antriebsachsen vorgeschrieben. Toleranz bis 2024 für M+S-Reifen, die vor 2018 hergestellt wurden. | Erlaubt mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h. | Spikereifen sind zwischen dem 1. November und dem 31. März erlaubt. |
Griechenland | 2 mm für die Lenkachse, | Nein | Erlaubt und vorgeschrieben auf 2 Reifen der Antriebsachse (falls ausgeschildert). | Vom 1. November bis 31. März, sofern örtliche Beschilderungen nichts anderes vorgeben. |
Ungarn | 1,6 mm für Reifen < 750 mm, | Nein | Erlaubt und vorgeschrieben auf 2 Reifen der Antriebsachse (falls ausgeschildert). | Keine. Der Zeitraum richtet sich nach den Straßenverhältnissen (Schnee, Eis). |
Irland | 1,6 mm | Nein | Bei winterlichen Bedingungen erlaubt. | Keine |
Italien | 1,6 mm | Nur auf der Antriebsachse. Vorgeschrieben wenn ausgeschildert (es sei denn, das Fahrzeug ist mit M+S-Reifen ausgestattet). | Bei winterlichen Bedingungen erlaubt. | Vom 15. Oktober bis zum 15. Mai |
Kosovo | 4 mm | Nein | Bei winterlichen Bedingungen Pflicht. | Keine. Der Zeitraum richtet sich nach den Straßenverhältnissen (Schnee, Eis). |
Luxemburg | 1,6 mm für Lastwagen, | Ja. Auf der Antriebsachse. | Bei winterlichen Bedingungen erlaubt. | Keine. Der Zeitraum richtet sich nach den Straßenverhältnissen (Schnee, Eis). |
Montenegro | 4 mm | Ja. Auf der Antriebsachse. | Bei winterlichen Bedingungen erlaubt. | Vom 15. November bis zum 15. März |
Holland | 1,6 mm | Nein | Verboten | Keine |
Nord-Mazedonien | 6 mm | Ja. Auf allen Achsen. | Bei winterlichen Bedingungen erlaubt. | Vom 15. November bis zum 15. März |
Norwegen | 5 mm | Reifen mit 3PMSF-Markierung für Lenk- und Antriebsachsen vorgeschrieben, M+S für die anderen. | Bei winterlichen Bedingungen Pflicht. | Vom 15. November bis 31. März |
Polen | 1,6 mm für den Warentransport, | Nein | Pflicht, sofern ausgeschildert. | Variabel. Der Zeitraum wird von den lokalen Behörden festgelegt. |
Portugal | 1 mm | Nein | Pflicht, sofern ausgeschildert. | Keine |
Rumänien | 4 mm | Ja | Erlaubt auf der Antriebsachse. | Vom 1. November bis 31. März |
Serbien | 4 mm | Ja. Auf der Antriebsachse. | Pflicht, wenn die aktuellen Reifen des Fahrzeugs keine M+S-/3PMSF-Markierung haben. | Vom 1. November bis 31. März |
Slowakei | 3 mm auf der Antriebsachse, | Ja. Auf der Antriebsachse. | Bei winterlichen Bedingungen erlaubt. Pflicht, sofern ausgeschildert. | Vom 15. November bis 31. März |
Slowenien | 3 mm | Ja. Auf der Antriebsachse. | Erlaubt, sofern nicht mit Reifen mit M+S/3PMSF-Markierung ausgestattet. | Vom 15. November bis 31. März |
Spanien | Die Hauptrillen müssen zu sehen sein | Nein. Doch ab dem Jahr 2020 müssen Fahrzeuge im Personentransport bei ungünstigen Fahrbedingungen mit 3PMSF-gekennzeichneten Reifen ausgestattet sein. | Pflicht, sofern ausgeschildert. | Keine. Bei entsprechenden Straßenverhältnissen können lokale Behörden Fahrzeuge stoppen. Siehe auch (1) |
Schweden | 5 mm für alle Achsen eines Kraftfahrzeugs, | Reifen mit 3PMSF-Markierung für Lenk- und Antriebsachsen vorgeschrieben, M+S für die anderen. | Erlaubt | Vom 1. Oktober bis zum 15. April |
Schweiz | 1,6 mm | Nein | Pflicht, sofern ausgeschildert. | Keine |
Türkei | 4 mm | Ja, auf der Antriebsachse. | Erlaubt | Vom 1. Dezember bis zum 31. März |
Ukraine | 1 mm für den Warentransport | Keine | Erlaubt | Keine |
Großbritannien | 1 mm | Nein | Erlaubt | Keine |
EAWU (3) | 4 mm | Reifen mit 3PMSF-Markierung für Lenk- und Antriebsachsen vorgeschrieben. | Bei winterlichen Bedingungen erlaubt. | Vom 1. Dezember bis zum 28. Februar, jedoch kann jedes Mitgliedsland einen eigenen Zeitraum festlegen. |
Andere EU-Länder | 1,6 mm | Nein | Pflicht, sofern ausgeschildert. | Variabel. Der Zeitraum wird von den lokalen Behörden festgelegt. |
(1) Bei strengen Winterbedingungen können Ausnahmen für die Personenbeförderung gemacht werden, sofern:
- alle Achsen mit Reifen mit 3PMSF-Markierung ausgestattet sind,
- für alle ein Nachweis vorliegt, der die 3PMSF-Zulassung garantiert,
- die Profiltiefe der Reifen nicht weniger als 4 mm beträgt,
- auf der Windschutzscheibe ein Aufkleber angebracht ist, der besagt, dass das Fahrzeug zum Verkehr zugelassen ist.
(2) Übergangsfrist bis November 2024 mit einer Toleranz für Reifen, die mindestens eine M+S-Markierung aufweisen.
(3) Eurasien, bestehend aus den folgenden Ländern: Armenien, Belarus, Kasachstan, Kirgisistan und Russland.
Diese Angaben dienen lediglich zu Informationszwecken und können Änderungen der örtlichen Vorschriften unterliegen.
Bitte beachten Sie, dass die meisten Lkw-Reifen von MICHELIN mit der 3PMSF-Markierung versehen sind. Prüfen Sie Ihre Reifen hier.
Vorgeschriebenes Reifendruckkontrollsystem (RDKS)
Ein weiterer wichtiger Aspekt der europäischen Reifenvorschriften ist die Auflage, bei bestimmten Fahrzeugkategorien – darunter schwere Lkw und Busse – ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS) zu verwenden.orrekten Reifendruck
Reifen mit zu niedrigem oder zu hohem Luftdruck stellen ein ernsthaftes Sicherheitsrisiko dar, beeinträchtigen das Fahrverhalten des Fahrzeugs und wirken sich zudem auf den Kraftstoffverbrauch aus. Seit 2014 müssen neue Nutzfahrzeuge in der EU mit einem RDKS ausgestattet sein, um den Reifendruck kontinuierlich zu überwachen und den Fahrer zu warnen, falls ein deutlich zu niedriger oder zu hoher Reifendruck vorliegt3.
Die Beibehaltung des korrekten Reifendrucks ist unerlässlich – nicht nur für die Sicherheit, sondern auch für die Langlebigkeit der Reifen.
Ein zu geringer Reifenfülldruck erzeugt mehr Wärme, wodurch die Reifen schneller verschleißen. Zu hohe Druckwerte wiederum können zu geringerer Haftung und ungleichmäßigem Verschleiß führen. Nicht korrekt aufgepumpte Reifen erhöhen das Ausfallrisiko. Und das ist ein kritisches Problem für Langstreckenfahrzeuge, bei denen Reifenschäden katastrophale Folgen haben können. Die sachgemäße Überwachung des Reifenfülldrucks ist ein wichtiger Bestandteil der Einhaltung der EU- Sicherheitsvorschriften für Reifen und trägt zur Verringerung des Unfallrisikos bei.
Mögliche Trends bei EU-Reifenvorschriften
In Zukunft wird es bei den Reifenvorschriften in Europa wahrscheinlich vor allem um Nachhaltigkeit und fortschrittliche Reifentechnologien gehen. Die EU hat bereits eine Kennzeichnungspflicht für Reifen eingeführt, die Informationen zu Kraftstoffeffizienz, Geräuschpegel und Nasshaftung eines Reifens enthält.
Diese Labels helfen Betreibern, Reifen auszuwählen, die den europäischen Vorschriften entsprechen und gleichzeitig Kraftstoffverbrauch und Umweltbelastung reduzieren. In dem Maße, wie die Nachhaltigkeit in den Vordergrund rückt, könnten strengere Vorschriften in Bezug auf Reifenmaterialien, Recycling und Energieeffizienz eingeführt werden.
Andere Artikel, die Sie interessieren könnten:
Brauchen Sie weitere Ratschläge? Entdecken Sie alle Tipps von MICHELIN zu Lkw-Reifen