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Fahrertraining: der Schlüssel zur Effizienz!

Veröffentlicht am 29. September 2022 - 5 Leseminuten

Die professionelle Fahrerschulung stellt eine strategische Herausforderung für Flottenmanager dar. Aber warum sind regelmäßige Fahrerschulungen für die Effizienzsteigerung so wichtig? Welche Schulungen sollten Sie Ihren Fahrern (über die gesetzlich vorgeschriebenen hinaus) anbieten, und wann?
Wir waren im Südwesten Frankreichs, um darüber mit Patrick Ambal, Betriebsleiter, und mit Alexandre Frouillou, Lkw-Fahrer, zu sprechen.
Beide arbeiten beim Transportunternehmen „Tout pour le fruit“, das auf dem Gelände des Großmarkts von Montauban, dem MIN, ansässig ist. Das im Jahr 1987 von Pierre Bournet gegründete Unternehmen beschäftigt heute 40 Mitarbeiter - der Großteil davon Lkw-Fahrer.

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Patrick Ambal, Betriebsleiter bei „Tout pour le Fruit“, und Alexandre Frouillou, Lkw-Fahrer, „Tout pour le Fruit“

„Ich heiße Patrick Ambal und bin 57 Jahre alt. Ich bin eher zufällig und über die Bauindustrie, in der Transportbranche gelandet. Nachdem ich bis zum Jahr 2000 im Ingenieurkorps der französischen Streitkräfte gedient hatte, habe ich etwa fünfzehn Jahre lang mein eigenes Saugbaggergeschäft geführt. Damals beschäftigte ich drei Mitarbeiter.

Im Jahr 2016 stieg ich dann bei der Firma ,Tout pour le Fruit‘ als Fernfahrer für den Einsatz in ganz Frankreich ein.“


Seit März 2021 ist Patrick Ambal Betriebsleiter der drei Standorte des Unternehmens. „Ich koordiniere insgesamt 34 Fahrer. Unsere Flotte besteht aus zehn Motorwagen, 15 Sattelzugmaschinen und etwa 20 Anhängern“, erklärt Patrick.

„Je besser ein Fahrer geschult ist, desto mehr Ruhe und Sicherheit kann er sich während seiner Arbeit bewahren und desto lieber macht er seinen Job. Sein Fachwissen wirkt aktiv eventuellen Ängsten und Stress entgegen.“

Patrick Ambal, Betriebsleiter „Tout pour le Fruit“


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Auf die Frage nach der Bedeutung der Fahrerschulungen entgegnet Patrick Ambal: „Je besser ein Fahrer geschult ist, desto mehr Ruhe und Sicherheit kann er sich während seiner Arbeit bewahren und desto lieber macht er seinen Job. Sein Fachwissen wirkt aktiv eventuellen Ängsten und Stress entgegen. Die theoretischen Kenntnisse helfen in der Praxis, schneller eine Problemlösung zu finden.“

Patrick ist überzeugt, dass Fahrer sich primär auf das Fahren konzentrieren sollten, ohne sich dabei um mögliche technischen Probleme zu sorgen. „Ich bin selbst mit den Fahrern mitgefahren. Das war auch mein Beruf. Ich kenne ihr tägliches Leben nur allzu gut.“

Als Michelin ihm ein kleines Schulungsmodul zur Verbesserung der Reifenkontrolle anbot, nahm er diese Gelegenheit sofort mit großer Begeisterung wahr.

Vor drei Jahren, im Juli 2019, absolvierten nach und nach alle Fahrer von „Tout pour le Fruit“ die halbtägige Schulung.

„Es ist ungewöhnlich, Schulungen für seine Fahrer anzubieten, die nicht gesetzlich vorgeschrieben sind”, meint Edouard Fadel, Schulungsleiter für B2B-Kunden bei Michelin, der die Schulung bei „Tout pour le Fruit“ durchführte. „Pierre Bournet, der Geschäftsführer des Unternehmens, hatte festgestellt, dass seine Fahrer ihre Fahrzeuge nicht immer rundum kontrollierten. Er wollte, dass sie die von ihnen gefahrenen Lkw selbst warten können und insbesondere auch die Reifen kontrollieren. Denn das hilft, Zeitverluste durch Pannen zu vermeiden.”

Alexandre Frouillou ist 31 Jahre alt und seit April 2017 Lkw-Fahrer bei dem Transportunternehmen. Er erinnert sich noch gut daran:

„Ich habe während dieser Schulung enorm viel gelernt. Das hat mir auch viele praktische Dinge, die ich bereits aus meinem ersten Beruf als Mechaniker kannte, wieder ins Gedächtnis gerufen.”

Alexandre hatte als ausgebildeter Automechaniker einige Zeit in einer Werkstatt gearbeitet, bevor er auf den Beruf des Lkw-Fahrers umsattelte.

„In der Werkstatt musste ich auch schon manchmal Lkw-Reifen wechseln. Das ist zwar ganz einfach, aber ich war deshalb noch lange kein Fachmann. Ich hatte von Vorgängen wie der Runderneuerung oder Neuprofilierung überhaupt keine Ahnung. Ich wusste nicht, wann ein Reifenwechsel oder eine Reifenrotation nötig war.”

Edouard Fadel ergänzt: „Die Neuprofilierung erhöht die Kilometerlaufleistung um bis zu 25 Prozent und ermöglicht Kraftstoffeinsparungen von bis zu zwei Litern auf 100 Kilometer – im Vergleich zu einer Lkw-Einheit (Sattelzugmaschine + Anhänger), die komplett mit neuen Reifen ausgestattet ist. Sie bietet auch eine um zehn Prozent höhere Bodenhaftung im Vergleich zu einem Reifen am Ende seiner Lebensdauer, der nicht neuprofiliert wird.“

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Edouard Fadel, Schulungsleiter für B2B-Kunden bei Michelin

Seit der Schulung ist Alexandre von Patrick zum Reifenverantwortlichen des Standorts von Montauban ernannt worden.

„Als Reifenverantwortlicher kümmere ich mich um unsere Reifenbestände. Ich überprüfe die Reifen alle 14 Tage. Wenn ein Fahrer einen Rat braucht, dann helfe ich ihm, soweit ich das aufgrund meiner Kenntnisse kann. Wenn nötig, wende ich mich zur Unterstützung an den Reifenexperten der Werkstatt”, erklärt Alexandre.

„Alex ist ein gewissenhafter Fahrer, der von der Mechanik ganz begeistert ist. Er hat stets Interesse daran, etwas zu lernen und sich weiterzubilden. Das schätze ich wirklich sehr. Für diesen Beruf braucht man auch einfach Leidenschaft”, betont Patrick.

Der frühere Lkw-Fahrer gesteht: „Manche Fahrer sind wirklich proaktiv und motiviert; andere meinen, dass Schulungen überflüssig, wenn nicht sogar reine Zeitverschwendung, sind. Das hat übrigens gar nichts mit dem Alter oder der Erfahrung des Fahrers zu tun.”

„Ich frage nicht unbedingt gezielt nach einer bestimmten Schulung, aber wenn man mir eine anbietet, nehme ich sie immer gerne an. Ich lerne gerne regelmäßig Neues.“

Alexandre Frouillou, Lkw-Fahrer, Tout pour le Fruit

„Ich frage nicht unbedingt gezielt nach einer bestimmten Schulung, aber wenn man mir eine anbietet, nehme ich sie immer gerne an. Ich lerne gerne regelmäßig Neues”, erzählt Alexandre, der im letzten Februar gerade seinen zweiten Pflichtlehrgang absolviert hat. Den müssen aktive Lkw-Fahrer in Frankreich alle fünf Jahre bestehen. Das ist, wie der Name schon verrät, Pflicht.

Der Lehrgang umfasst 35 Stunden und kann entweder komplett in fünf aufeinanderfolgenden Tagen abgeschlossen oder in drei plus zwei Tage aufgeteilt werden.

Dadurch sollen Lkw-Fahrer für Gütertransportfahrzeuge über 3,5 Tonnen regelmäßig auf den neuesten Kenntnisstand gebracht werden.

„Ich finde die Lkw-Lehrgänge sehr interessant. Bei den modernen Fahrzeugen, die voller Elektronik und Technologie sind, kann man gar nicht instinktiv wissen, wie etwas funktioniert, wenn man es nicht erklärt bekommt. Man braucht eine kurze Einweisung, um den Umgang damit zu verstehen. Aber auch wenn es anfangs etwas dauert, so spart es uns später viel Zeit”, weiß Alexandre.

Patrick stimmt zu: „Ich werde in Kürze eine Schulung über den Umgang mit den neuen digitalen Fahrtenschreibern einrichten. Das ist für viele Fahrer ein Stressfaktor, und den will ich meinen Mitarbeitern damit ersparen.”

Nur zur Erinnerung: Seit 2006 wurde der konventionelle Fahrtenschreiber mit Papierscheibe bei Lkw von über 3,5 Tonnen in Europa durch einen digitalen Fahrtenschreiber ersetzt. Seine Hauptfunktion ist die Aufzeichnung der Fahrerdaten.

Die Fahrtenschreiberkarten werden von einer Million Transportunternehmen und über sechs Millionen Berufskraftfahrern in ganz Europa verwendet (2).

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Neben dem Nutzen von regelmäßigen Fahrerschulungen weiß Patrick auch um die Bedeutung des Mentorings innerhalb des Unternehmens.

„Das Mentoring ist wesentlich. Es besteht darin, die neuen Fahrer anzuleiten – ganz gleich, ob sie Zeitverträge oder eine Festanstellung bei uns haben. Das ist ein zentraler Bestandteil unseres Schulungsprogramms. Dank der Mentoren, die ihre Kenntnisse weitergeben, können wir unsere Effizienz langfristig steigern. Ich habe verschiedene Mentoring-Programme je nach Aufgabengebiet für die Fahrer eingeführt, sowohl im Regional- als auch im Fernverkehr. Das Mentoring läuft über maximal zwei bis drei Monate. Manche lernen einfach etwas schneller als andere…”, erläutert Patrick.

Und eine letzte, aber nicht minderwichtige Frage: Wann richtet man diese Schulungen am besten ein, um den Arbeitsfluss der Fahrer nicht zu sehr zu beeinträchtigen?

„Wie alles in unserem Business ist das nur eine Frage guter Vorausplanung, Wenn man frühzeitig plant, wird der Arbeitsfluss nicht zu sehr beeinträchtigt“, erklärt Patrick. „Tatsächlich sind für unseren Arbeitsalltag eintägige oder auch halbtägige Kurzschulungen eindeutig am besten geeignet und diese werden auch von den Fahrern am besten angenommen!”

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WEITERE ANREGUNGEN

1- Befragen Sie Ihre Fahrer regelmäßig zu Problemen, denen sie bei der Ausübung ihrer Tätigkeit begegnen, damit Sie ihnen eine geeignete Schulung anbieten können. Genau wie Alexandre, werden Ihre Fahrer dann mit Sicherheit an Ihrem Schulungsangebot interessiert sein.

2- Fragen Sie Ihre Zulieferer gezielt nach Kurzschulungen. Diese gehen gerne auf Sie und Ihre Bedürfnisse ein und unterstützten Sie tatkräftig dabei, ihre Produkte und Dienstleistungen bestmöglich anzuwenden.

3- Ziehen Sie ein Mentoring-Programm in Erwägung, um die Aufnahme und Integration Ihrer neuen Fahrer zu erleichtern. Diese äußerst wertvolle interne Schulungsmethode, trägt umfassend zur Steigerung Ihrer Produktivität bei!


QUELLE

(1) Studie von dem britischen Unternehmen Transport Intelligence (TI), veröffentlicht im Jahr 2021
(2) https://www.thalesgroup.com/fr

Interview mit Patrick Ambal am 4. April 2022.
Interview mit Alexandre Frouillou am 5. April 2022.

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