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Lkw auf der Straße

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Neueste RDKS-Vorschriften

Veröffentlicht am 8. April 2025 - 4 Leseminuten

Reifendruckkontrollsysteme (RDKS) wurden als Reaktion auf die zunehmenden Bedenken hinsichtlich der Verkehrssicherheit bei niedrigem Reifenfülldruck entwickelt. Seit dem 7. Juli 2024 müssen alle Lkw und Anhänger mit einem Reifendruck- und Temperaturkontrollsystem ausgestattet sein. Die Michelin Experten Karim Essaadi und Claire Fioretti erklären alles, was Flottenbetreiber wissen müssen.

 

Bilder von Claire Fioretti, Karim Essaadi

01 neue rdks-vorschriften mit claire fioretti und karim essaadi

Claire Fioretti - Leiterin der Abteilung Normen und Vorschriften für vernetzte Mobilität bei Michelin, Clermont-Ferrand, Puy-de-Dôme, Frankreich Karim Essaadi - Service Designer bei Michelin, Frankfurt/Main, Hessen, Deutschland

Zunächst einmal: Was ist ein RDKS und was muss ich über die RDKS-Vorschriften wissen?

Claire Fioretti: Reifendruckkontrollsysteme überwachen den Reifenfülldruck und die Temperatur der Reifen. Sie warnen den Fahrer, wenn der Reifenluftdruck zu niedrig ist. Die ursprünglichen Vorschriften für Reifendruckkontrollsysteme aus dem Jahr 2014 galten nur für Personenkraftwagen. Im Jahr 2020 wurden diese Anforderungen auf neue Lkw- und Anhängermodelle ausgeweitet. Die neuesten Vorschriften schreiben vor, dass jeder neue Lkw und Anhänger, der ab dem 7. Juli 2024 auf dem europäischen Markt verkauft wird, mit einem Reifendruckkontrollsystem ausgestattet sein muss.

Wie funktioniert ein Reifendruckkontrollsystem?

Claire Fioretti: Reifendruckkontrollsysteme bestehen aus drei wesentlichen Komponenten. 

• Erstens: Sensoren überwachen die Temperatur sowie den Reifenfülldruck.

• Anschließend übermitteln diese Sensoren Daten an eine Zentraleinheit, die diese auswertet.

• Wenn der Wert des Reifenfülldrucks den sicheren Bereich verlässt, wird eine Warnmeldung in die Fahrerkabine gesendet: der Fahrer wird aufgefordert, so schnell wie möglich anzuhalten, um den Reifenfülldruck zu überprüfen und das Problem zu beheben.

Karim Essaadi: Der von der Gesetzgebung für Reifendruckkontrollsysteme geforderte Mindestfehlercode (Default Trouble Code, DTC) sendet ein Signal an den Fahrer, wenn an einem bestimmten Reifen eine Unregelmäßigkeit mit dem Reifenfülldruck auftritt. Dies ist besonders wichtig bei Zwillingsreifen, bei denen der innere oder der äußere Reifen betroffen sein kann. Komplexere Systeme können sogar den genauen Luftdruck jedes Reifens in Echtzeit anzeigen.

Bild eines Lkw-Reifens mit Reifendruckkontrollsystem

02 wie funktioniert ein rdks-system

Warum wurden die Vorschriften für Reifendruckkontrollsysteme auf Lastwagen und Anhänger ausgeweitet?

Claire Fioretti: In erster Linie aus Gründen der Sicherheit. Vereinfacht gesagt, können Reifen mit zu niedrigem Luftdruck oder überhitzte Reifen Unfälle verursachen. Michelin hat eine Studie mit 7.000 Lkw in Europa durchgeführt und festgestellt, dass Reifen die Hauptursache für Lkw-Pannen sind: 30 % der Pannen stehen in direktem Zusammenhang mit Reifen. Und 90 % dieser Reifenprobleme waren auf Reifenfülldruckverluste zurückzuführen. Es ist wichtig zu wissen, dass schätzungsweise 80 % der Reifenpannen durch tägliche Kontrollen des Reifenfülldrucks vermieden werden könnten.1

Karim Essaadi: Das stimmt, doch der Nutzen reicht weit über den Aspekt der Sicherheit hinaus! Wir wissen, dass eine einzige Panne für einen Flottenbetreiber ziemlich kostspielig sein kann! Und diese Kosten beinhalten nicht nur den Ersatz des Reifens, sondern auch die Kosten für Ausfallzeiten, Lieferverzögerungen (die Strafen nach sich ziehen können) oder gar beschädigte Waren. Unterm Strich kann ein Reifendruckkontrollsystem den Profit einer Flotte steigern, indem es Kosten und Ausfallzeiten reduziert.

Welche zusätzlichen Vorteile kann ein Reifendruckkontrollsystem für meine Flotte bringen?

Karim Essaadi: Neben der Sicherheit im Straßenverkehr und der Rentabilität der Flotte kann ein Reifendruckkontrollsystem erhebliche Vorteile im Hinblick auf die Nachhaltigkeitsziele eines Betriebs bringen. So kann ein zu niedriger Reifenfülldruck den Rollwiderstand erheblich erhöhen, was wiederum den Kraftstoffverbrauch steigert. Die Überwachung und Beibehaltung des optimalen Reifenfülldrucks hat hingegen den gegenteiligen Effekt und senkt den Kraftstoffverbrauch. So leisten Reifendruckkontrollsysteme auch einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung, denn jeder eingesparte Liter Kraftstoff vermeidet den Ausstoß von 2,66 Kilogramm CO₂ in die Atmosphäre². Das ist nicht zu unterschätzen.

Die wichtigsten Zahlen: Reifensicherheit

  • Basierend auf einer Studie mit 7.000 Lkw in Europa:
  • • 30 % der Lkw-Pannen gehen auf Reifen zurück - damit sind Reifen die Hauptursache für Fahrzeugpannen.
  • • 90 % aller Probleme im Zusammenhang mit Reifen werden durch Druckverluste verursacht.
  • • 80 % der Reifenpannen könnten durch tägliche Druckkontrollen vermieden werden.

Was passiert, wenn ein neuer Lkw die Vorschriften für Reifendruckkontrollsysteme nicht einhält?

Claire Fioretti: Damit das klar ist: diese Vorschriften richten sich direkt an die Fahrzeughersteller und nicht an die Flottenbetreiber. Wenn ein Hersteller ein neues Fahrzeug auf den Markt bringen will, muss dieses Fahrzeug mit einem Reifendruckkontrollsystem ausgestattet sein. Für die Wartung und den Betrieb des Reifendruckkontrollsystems sind jedoch die Fahrzeughalter verantwortlich. Denn das System wird bei den regelmäßigen technischen Fahrzeuginspektionen überprüft.

Müssen bestehende Lkw und Anhänger ebenfalls die neuesten RDKS-Vorschriften erfüllen?

Claire Fioretti: Nein, die Verordnung sieht keine Nachrüstung von bestehenden Fahrzeugen mit Drucküberwachungssystemen vor. Wenn Flotten jedoch sicherstellen wollen, dass ihre vorhandenen Fahrzeuge das gleiche Maß an Sicherheit, Effizienz und Nachhaltigkeit aufweisen wie Neufahrzeuge, bietet Michelin geeignete Lösungen, um bestehende Fahrzeuge mit Reifenkontrollsystemen nachzurüsten.

Karim Essaadi: Mit unseren Lösungen von MICHELIN Connected Fleet bieten wir Flottenbetreibern eine durchdachte Kombination aus Reifen und Dienstleistungen. Dazu zählen Hightech-Reifen, Lösungen zur Verwaltung und Verbesserung der Reifenleistung, der Zugriff auf Flottenmanagement-Lösungen über MICHELIN Connected Fleet, das Fahrzeugdaten mit Fahrerverhalten verknüpft, sowie ein neues, automatisiertes Wartungsangebot mit vorausschauenden und alarmbasierten Funktionen: MICHELIN Smart Predictive Tyre.

Dieses neue Angebot kombiniert Telematiktechnologie, ein Reifendruckkontrollsystem und die QuickScan-Technologie von Michelin. Durch die Ressourcen und das Know-how von Michelin haben Flottenbetreiber die Möglichkeit, den Reifenfülldruck in Echtzeit zu überwachen, die Restprofiltiefe zu prüfen und alle relevanten Informationen zu nutzen, um Sicherheit, Effizienz und Nachhaltigkeit zu fördern.

QUELLEN

1 Maximal mögliche Senkung der Ausfallrate (aufgrund eines zu niedrigen Reifenfülldrucks verglichen mit dem empfohlenen Reifenfülldruck) durch täglichen Reifenfülldruck-Check und gezielte Wartungsmaßnahmen. Interne Michelin Studie, durchgeführt an 7000 Fahrzeugen in Europa, die mit der MICHELIN Effitrailer-Lösung ausgestattet sind, bei einem Panel von 340.000 analysierten Druckmessungen.

² Welcher Kraftstoff stößt mehr CO2 aus, Benzin oder Diesel?, Futura 
https://www.futura-sciences.com/planete/questions-reponses/automobile-carburant-emet-plus-co2-essence-gasoil-947/

RDKS-Vorschriften: https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/en/ip_22_4312

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